Muzeum Izba Polska
  • Rekrutierung und Ankunft von Saisonarbeitern.

    Es war die intense Anbau von der neuen Saat – die Zuckerrüben, die grosse Arbeitskraft forderten.

    In den Jahren 1893-1912 kamen die Saisonarbeiter nach Dänemark von Galizien, die zu der Zeit der nordwestliche Teil von Österreich-Ungarn war, eine kleinere Anzahl aus Preussen und aus Russland (von polnischen Gebieten, die unter russischer und preussischer Teilung waren). Es kam gleichfalls eine kleinere Anzahl von Saisonarbeitern aus Russland.

    • Rekrutierung und Ankunft von Saisonarbeitern.
    • Rekrutierung und Ankunft von Saisonarbeitern.
    • Rekrutierung und Ankunft von Saisonarbeitern.

    Galizien, aus dem die meisten Saisonarbeiter kamen, war einer der ärmsten Teile von Österreich-Ungarn. Es wurden hauptsächlich arme Dorfbewohner rekrutiert, die nicht die Möglichkeit hatten, ein Ticket nach Amerika zu kaufen, wohin die reicheren Nachbarn emigrierten. Dörfer in Galizien waren sehr übervölkert, und deshalb war es leicht, dort billige Arbeitskraft zu bekommen. Die erste Gruppe von polnischen Saisonarbeitern kam 1893 nach Lolland. Es waren wahrscheinlich Leute, die keine Arbeit in Deutschland gefunden hatten. Sie kamen hierhin auf Grund von Mangel an lokaler Arbeitskraft, nachdem anfangs schwedische Saisonarbeiter dort gewesen waren.

    Es waren Vermittler und Aufseher, die sich nach deutschem Modell mit der Rekrutierung beschäftigten. Hieraus der Name „Aufseher“.

    Bis 1908, wo Regulierungen bezüglich der Arbeit von Saisonarbeitern eingeführt wurden, hatten die Gutsbesitzer Verträge mit den Aufsehern abgeschlossen. Die Aufseher beschäftigten sich mit der Rekrutierung, holten sie nach Dänemark, führten Aufsicht mit ihrer Arbeit, sicherten Essen, verkauften Nahrungsmittel und bezahlten Löhne. Die Aufseher – hauptsächlich die deutschen beschäftigten sich mit der Rekrutierung in Österreich-Ungarn ohne Erlaubnis vom dänischen Arbeitsministerium. Weil sie keine Verbindungen auf dem Lande hatten. In Galizien hatten sie Vermittlung von Gasthausleuten, Lehrern und sogar katolischen Priestern gegen ein kleines Honorar gehabt.

    Die rekrutierten Arbeiter wurden zum Treffpunkt in Myslenice in der Nähe von Krakow und danach mit dem Zug nach Oswiecim gefahren, das zu dem Zeitpunkt einer der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte in Österreich-Ungarn war. Hiervon wurden die Saisonarbeiter nach Rostock gefahren, um mit Schiff von Warnemünde nach Gedser zu segeln. Vom Hafen in Gedser wurden die polnischen weiblichen Arbeiter zu den einzelnen Gütern gefahren. Die Frauen (Mädchen) brachten kleine Holzkoffer mit, die von einem Dorftischler hergestellt wurden, hier drin waren Dokumente, Gebetbücher, heilige Bilder, kleine tragbare Altare, festliche Trachten, Wolltücher, die ein populärer Schutz bei Kälte und bei Regen waren, Kleider und ab und zu auch Bettwäsche. In weissen Bündeln von Leinenservietten haben sie Brot, Schweinefett und Käse transportiert – als Grundnahrung während der Reise, die von 2 bis 4 Tage gedauert hat.

  • Der Alltag für Dorfbewohner in Galizien am Ende vom 19. Jahrhundert und am Anfang vom 20. Jahrhundert.

    Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es einen grossen Unterschied von den Wohnverhältnissen auf dem Lande in Galizien und in Dänemark. Die ärmsten Leute in Galizien wohnten in Hütten von etwa 40 Quadratmetern. Die Wände waren aus fast behauten Stämmen ausgefertigt, mit scharfen Kanten in den Ecken und waren mit Ton gemischt mit Häcksel überdeckt, sowohl innen als auch draussen mit Kalk bemalen. Ab und zu waren die Wände draussen blau mit Zusatz von ultramarin bemalen.

    Der Alltag für Dorfbewohner in Galizien am Ende vom 19. Jahrhundert und am Anfang vom 20. Jahrhundert.

    Das Dach war mit Kieferbrettern oder Strohdach hergestellt von Roggenhalm überdeckt. In solchen Häusern gab es das Wohnzimmer mit dem Ofen, nebenan befand sich eine Kammer für Aufbewahrung von Nahrung und einen Raum für das Vieh, normalerweise für eine Kuh oder für einige Schafe. In einigen Häusern gab es keinen gesonderten Raum für den Haustierbestand, und Kühe und Schafe wurden im Winter im Wohnzimmer gehalten. In diesen Gebäuden waren die Fenster sehr klein auf Grund von einem hohen Preis für Glas und darüber hinaus, um Wärmeverlust vorzubeugen. Das Interieur wurde mit einem grossen Lehmofen aufgewärmt. Grosseltern und Kinder schliefen im Wohnzimmer. Grössere Kinder schliefen in der Scheune, wenn der Bauer einen solchen besessen hat. Es waren Hütten ohne Schornstein, aber nur mit einem Loch im Dach. Die Hütten waren dunkel und rochen von Rauch und Stallmist. Die Böden bestanden aus gestampftem Ton. Die reicheren Bauern wohnten in grösseren Häusern, die in zwei Teilen aufgeteilt waren, eine für Leute und eine für Haustiere.

    Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine „kulinarische Revolution“, und Kartoffeln und Kohl wurden Grundnahrung, während Griess und Erbsen in einem kleineren Umfang gegessen wurden. Reichere und durchschnittliche Bauern assen drei Mal pro Tag Kartoffeln. Zu Frühstück bekam man Kartoffeln mit Schweinefett und mittwochs und samstags mit Butter. Im Winter ass man eine traditionelle polnische Suppe „Zurek“ mit Kartoffeln (hergestellt aus Sauerteig). In der Periode, wo man im Feld arbeitete, bekam man Lunch, der aus Brot mit Butter oder Schweinefett bestand. Als Abendessen ass man Kohl mit Kartoffeln und mit Milch. Kartoffeln wurden ab und zu mit Griess oder Erbsen ersetzt. Während der Feldarbeiten bekam man auch Nachmittagsessen, d.h. ein grosses Stück Brot mit Schweinefleisch, Butter oder Quark. Zu Abendessen bekam man immer Kartoffeln mit saurer Milch, Buttermilch oder eine Suppe aus Wasser mit gekochten Zwiebeln. Man ass mit Holzlöffeln aus einer Tonschale, die in der Mitte der Bank stand. Die Familie sass rund um den Tisch auf Schemeln.

    Man hat Milch oder Zwiebelsuppe mit Pfeffer aus separaten Schalen getrunken. Fleisch – Schweinefleisch – hat man sehr selten gegessen, nur in Verbindung mit Feiertagen. Jeden zweiten Sonntag, nur in reicheren Höfen hat man Kaninchen gegessen. Man hat Wintervorrat in Form von Schafsfleisch und Schweinefleisch vorbereitet, der nachfolgend als Fettsosse angewandt wurde, d.h. Hackfleisch mit Schweinefett, das gesalzen wurde. Ärmere Bauern haben ein Schwein für drei, vier Familien geschlachtet.

    Ein Tagelöhner in Galizien hatte das Brot, er zu Lunch und am Nachmittag bekam und versuchte zu sparen, und das meiste davon mit nach Hause bringen zu können.

    In armen Familien bekamen die Kinder Brot als Leckerbissen. Die Grundnahrung für die ärmsten Leute waren Kartoffeln ohne Fett serviert drei Mal pro Tag. Die ärmsten Tagelöhner konnten sich ab und zu nur Fettsosse leisten, die sie in einem Geschäft gekauft hatten. Man muss darauf aufmerksam sein, dass die ärmsten Leute sich nie satt gegessen haben und oft gehungert haben.

    In der Mitte des 19. Jahrhunderts dominierten Trachten von tschechischen Manufakturen unter den Frauen in Galizien. Alltäglich haben die Frauen sich in Röcken und Blusen aus der billigsten Baumwolle und Tüchern um ihren Kopf gekleidet. Für die Feldarbeit haben die Frauen Leinschürzen angezogen. Unterwäsche war auch aus Leinstoff gemacht. Man hat sie auch während der Arbeit im Sommer getragen. Nachfolgend wurde sie mit Bauernhemden ersetzt. Im Sommer sind die Frauen ungeachtet ihres ökonomischen Status barfuss gegangen, und im Winter haben sie Juchtenlederstiefel getragen. In den ärmsten Familien haben nicht alle Familienmitglieder Schuhe gehabt, und deswegen ging man abwechselnd raus.

    Polnische Saisonarbeiter in festlichen Trachten aus Galizien wurden von den Bewohnern in Maribo am Übergang zum 20. Jahrhundert bewundert. Diese Trachten bestanden aus einem dünnen Hemd mit weisser Stickerei auf dem Kragen und bunten Röcken. Man nahm eine Baumwollbluse über das Hemd, die Bluse wurde aus einem Stoff von höherer Qualität gemacht, mit Stickerei auf dem Kragen und Manschetten. Es war vollständig mit einer Woll- oder Leinschürze gemacht, die man über den Rock genommen hat. Man hat obligatorisch ein Samtkorsett angezogen dekoriert mit bunten Garnen oder Pailletten. Die Frauen hatten ein weisses oder gemustertes Tuch um ihren Kopf und ein Wolltuch um ihren Schultern getragen, schwarze ungarische Stiefel mit langen Schäften oder Schuhe mit Holzschuhsohlen hergestellt aus Juchtenleder. Reiche Bauernfrauen trugen auch drei Schnüre als Halsschmuck aus roter Koralle. Es war eine sehr teure Tracht, von denen die meisten Frauen auf dem Lande nur träumen konnten. Polnische weibliche Saisonarbeiter hatten diese Trachten nach ihrer Heimkunft von Dänemark gekauft.

    Die Männer hatten alltäglich Unterwäsche aus unbearbeitetem Stoff, dicke Wollhosen und eine Weste mit Ärmeln und einem langen Kaftan in Wolle mit Stickerei getragen. Ein Beispiel dieser Art von Kaftans gibt es im Museum. Wie die Frauen gingen sie barfuss, und im Winter trugen sie Schuhe mit langen Schäften oder Holzschuhe.

  • Feldarbeiten

    Die Saisonarbeiter kamen etwa am 30. April nach Dänemark und blieben hier bis zum 4. Dezember. Ihre Ankunft war mit der Entwicklung der Zuckerindustrie in Dänemark verbunden. Die ersten Versuche des Anbaus von Zuckerrüben wird von 1870 datiert. Erhöhung der Zuckerproduktion hat den Bedarf für extra Arbeitskraft gefördert.

    • Feldarbeiten
    • Feldarbeiten
    • Feldarbeiten
    • Feldarbeiten

    Landwirtschaftsarbeiter, die nach Dänemark kamen, haben an Arbeiten verbunden mit dem ganzen Anbauprozess teilgenommen wie u.a. anfangs mit der Saat und bis das Ernten von Zuckerrüben. Die erste Handlung war die manuelle Saat von Zuckerrüben, nachträglich nachdem die Zuckerrüben zu keimen begonnen haben, wurden Pflegearbeiten ausgeführt, d.h. ausgedünnt und gejätet. Man hat mittels drei- oder viereckige Hacken mit einem kurzen Schaft gejätet. Das Jäten wurde sechs Mal in der Periode von Mai bis Juli ausgeführt, Zuckerrüben wurden vier Mal gehäufelt. Es war eine überordentliche harte Arbeit, weil die Anwendung von Hacken mit kurzen Schaften eine gebeugte Stellung gefordert hat.

    In Galizien benutzte man in derselben Periode Hacken mit langen Schaften.

    Im Oktober begann die Ernte von Zuckerrüben. Die Zuckerrüben wurden aus der Erde mittels spezieller Griffe mit zwei Zähnen gegraben.

    Diese Griffe waren mit kurzen Schaften ausgestattet, die ausserdem eine gebeugte Stellung gefordert haben. Für die Aufgrabung von Zuckerrüben wurde auch ein schmaler Spaten benutzt, aber sie war kein praktisches Werkzeug, und man verzichtete schnell auf ihn. Nachdem die Zuckerrüben aus der Erde gegraben waren, entfernte man die Blätter mittels eines Hackmessers. Die Rüben wurden in Körbe geworfen, in diesen wurden sie zu Wagen gebracht und zur Zuckerfabrik transportiert.

    Ausser Arbeiten bei dem Anbau von Zuckerrüben hat man sich mit Molken, Arbeit mit Kartoffeln, Graben von Graben und anderen Handlungen beschäftigt, die in einer Landwirtschaft notwendig waren. Diese Arbeiten, die in Dänemark als typisch männliche betrachtet wurden, wurden auch von polnischen weiblichen Saisonarbeitern ausgeführt, und die Arbeit in Dänemark war auf Grund von Klimaunterschieden anstrengend. Alle Arbeiten, die von polnischen weiblichen Saisonarbeitern ausgeführt wurden, hatten einen bestimmten Preis laut Tarif, die für Auszahlungen von Lohn für Landwirtschaftsarbeiter für ihre Arbeit galt. Die Arbeitszeit war von 6 Uhr bis 18.30 Uhr mit einer 30 Minuten Pause für Frühstück und eine 1 Stunden Pause für Mittagessen.

  • Das Polengesetz

    In den ersten Jahren mit polnischen Saisonarbeitern erlebten sie viele Misshandlungen, die oft vom Aufseher vorgenommen wurden. Bis 1908 wurden die Verträge vom Aufseher mit dem Gutsbesitzer abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Anzahl von Arbeitern und die Arbeiten beschrieben, welche sie während ihres Aufenthalts in Dänemark ausführen würden. Der Aufseher war zu Rekrutierung, Beschaffung von notwendigen Reisedokumenten verpflichtet. Er war ausserdem dazu verpflichtet, die Arbeiter nach Dänemark zu bringen, sie einzuquartieren, sie Essen zu sichern und Aufsicht mit ihrer Arbeit zu führen. Arbeitsbedingungen und Lohnverhältnisse für Saisonarbeiter hatten üblich Form von einem mündlichen Vertrag zwischen den einzelnen Arbeitern und dem Aufseher.

    Weil die Verträge nicht in schriftlicher Form abgeschlossen wurden, war dies der Grund für viele Misshandlungen von Seiten des Aufsehers. Viele bekamen einen zu niedrigen Lohn im Verhältnis zu dem Vereinbarten, Gegenrechnung von Essen, Verkauf von extra Nahrungsmitteln für erhöhte Preise. Einquartierung hat auch sehr viel übrig zu wünschen lassen – die Saisonarbeiter lebten in Räumen ohne Heizung, die überfüllt waren und sich nicht für den Zweck eigneten, und sie schliefen in Etagenbetten. Der Aufseher hat oft eine illegale extra Gebühr für die Übernachtung gefordert, die dem Lohn aufgerechnet wurde. Diese Misshandlungen von Seiten des Aufsehers trug zu einer Arbeiteraufruhr bei. Die wiederholten Konflikte zwischen dem Aufseher und den Arbeitern führten zu Streiks, Aufruhr und Demonstrationen. Die Situation hat den Züchtern von Zuckerrüben beunruhigt, die konkrete Verlüste hatten. Auf ihrer Initiative verabschiedete das dänische Parlament Folketinget einen Prozess, der die Situation für die Saisonarbeiter regulieren sollte.

    1908 wurde „das Polengesetz“ verabschiedet.

    Dieses Gesetz auferlegte den Züchtern von Zuckerrüben die Verpflichtungen, die dazu beitrugen, die Saisonarbeiter zu beschützen. Dies war das erste Gesetz dieser Art in Europa. Die grundliegende Änderung war Begrenzung von der Eigenmächtigkeit des Aufsehers, indem es obligatorisch wurde, dass der Vertrag direkt zwischen dem Gutsbesitzer und dem Arbeiter abgeschlossen wurde. Der Vertrag wurde in zwei Sprachen verfasst: Polnisch und Dänisch. Die Arbeiter mussten Arbeitsbücher haben, in deren Art, Zeit und Zeitpunkt für die ausgeführten Arbeiten registriert wurden. Das Gesetz hat gleichfalls vorgeschrieben, dass der Arbeitgeber einen bestimmten Tarif für Feldarbeiten anwenden muss. Der Arbeitgeber war dazu verpflichtet, die Arbeiter zu versichern und eine ordentliche Einquartierung zu sichern. Die Wohnungen mussten mit einem Raum für Vorbereitung von Mahlzeiten ausgestattet sein und mit Ausrüstung für Vorbereitung von Essen ausgerüstet sein. Diese Wohnungen mussten sanitäre Normen und Feuersicherheitsregeln erfüllen, und diese mussten von den jeweiligen Behörden genehmigt sein. Die Mitarbeiter bekamen eine garantierte Verpflegung in Form von 12 kg Kartoffeln pro Woche, einem Liter Milch und einem ganzen Kilogramm Brot pro Tag. Sie bekamen ebenfalls einen garantierten Mindestlohn von 15 dkr pro Monat. Die männlichen Arbeiter waren einen Gehalt von 1,50 dkr pro Tag gesichert, während die Frauen 1,15 dkr pro Tag in der Frühlingsperiode haben sollten, und bei einem Feldarbeiter stieg der Lohn um 10%.

    Ebenfalls im Vertrag wurde ein Honorar für Pflegearbeiten und die Ernte von Zuckerrüben vorgeschrieben. Jede Art von Arbeit wurde detailliert mit Hinblick auf Preis ermittelt. Man konnte Einsicht in den Wortlaut des Gesetzes im Dänischen Konsulat in Lvov in Galizien bekommen.

    Man versuchte, die Anzahl von Saisonarbeitern festzusetzen, die jedes Jahr nach Dänemark kommen sollten. Die Zuckerrübenzüchter mussten Ersuchen im Arbeitsministerium in Dänemark einreichen, und basierend auf den Ersuchen wurde eine Beantragung bezüglich Saisonarbeiter ausgearbeitet. Gleichzeitig hat man einen Vertrag mit dem österreichischen-ungarischen Arbeitsministerium unterschrieben, in welchem man Regeln bezüglich Saisonarbeiter und ihre jährlichen Quoten vorgeschrieben hat. Somit wurden die illegale und eigenmächtige Rekrutierung gestoppt. Die Rekrutierung wurde von den Gemeindegerichtsvollziehern (lokale Beamte auf niedrigerem Niveau) unter Aufsicht von den Arbeitsbüros geführt. Im Jahre 1911 kamen 10.320 Saisonarbeiter von Polen nach Dänemark. Auf Lolland waren es 4.609, was 27% von allen Landwirtschaftsarbeitern auf der Insel entsprachen.

    Es passierte, dass die Saisonarbeiter bis Winter in Dänemark geblieben sind, und zu Silvester wurden ihre Verträge erneuert. Dies geschah aber sehr selten, hauptsächlich weil der Aufenthalt von der Polizei registriert sein sollte, die auch dafür sorgte, dass der Aufenthalt nicht verlängert wurde.

    Im Jahre 1914, wo der erste Weltkrieg begann, blieb ein Teil der polnischen Saisonarbeiter in Danemark dank Hilfe von den Zuckerrübenzüchtern. Viele Frauen, die beschlossen, nach Hause zu fahren, kamen nie an, weil sie in Flüchtlingslagern im jetzigen Österreich und Tschechei interniert wurden.

    Im Jahre 1915 beschloss ein Teil der Arbeitgeber, eine Mission von polnischen Priestern in die Internierungslager mit Hinblick auf das Holen von polnischen Saisonarbeitern nach Dänemark zu senden. Die Mission gelang, und eine ziemlich grosse Gruppe von Saisonarbeitern kam zurück nach Dänemark. Sie bekamen alle feste Verträge, und anschliessend liessen sie sich in Dänemark nieder.

  • Feier

    Die Saisonarbeiter bekamen in ihren Verträgen freie Tage, die sowohl dänische feste als auch katolische Feiertage waren. Im Laufe von einer Arbeitssaison in Dänemark haben die Saisonarbeiter insgesamt neun freie Tage gehabt. Während der kirchlichen Feiertage, vor allem in Fronleichnam haben die Polen Prozessionen organisiert, während deren sie das Gelände der Kirche verlassen haben. Gerade bei solchen Gelegenheiten haben sie ihre feinen bunten Volkstrachten getragen.

    Diese Prozessionen waren eine Art von Manifestierungen von Hingabe für die katolische Religion und von ihrer nationalen Trennung. Man muss betonen, dass die katolische Kirche eine riesige Rolle im Leben der Saisonarbeiter gespielt hat. Die ersten Gottesdienste wurden von Priestern wahrgenommen, die aus Polen zu den Kasernen, wo die Saisonarbeiter wohnten, kamen.

    Dank Geldeinsammlungen gelang es im Jahre 1897 die erste katolische Kirche zu bauen, die Skt. Birgitta Kirche in Maribo war. Nachfolgend wurden die Kirchen in Nakskov und Nykøbing gebaut. Die Polen haben die Hingabe zu ihrem Glauben manifestiert, indem sie ihre Häuser mit Bildern der Heiligen und Jungfrau Maria sowie mit Bildern von der Konfirmation für ihre Erste Heilige Kommunion zu schmücken.

  • Integrierung von polnischen Saisonarbeitern mit der dänischen Gesellschaft

    In der ganzen Periode für die Saisonemigration von 1893 bis 1929 ist die grösste Gruppe von Polen, die in Dänemark geblieben sind, die weiblichen Saisonarbeiter vom Ersten Weltkrieg gewesen. Man muss darauf aufmerksam sein, dass ihr Entschluss, in Dänemark zu blieben, auf Grund ihres sozialen Status sehr schwierig war.

    Sie haben ihre ethnischen und kulturellen Unterschiede mit ihren Volkstrachten, ihrer Hingabe zu der katolischen Kirche und der Bewahrung von Volksitten manifestiert, die für die Region so charakteristisch waren, aus der sie stammten. Die Dänen veralberten die Frauen in Volkstrachten.

    Für die meisten Saisonarbeiter war der Aufenthalt in Dänemark nur eine kurze Periode in ihrem Leben. Oft nachdem sie einen bestimmten Betrag verdient hatten, konnte sie sich erlauben, in Polen zu heiraten.

    Einige von ihnen blieben aber in Dänemark, weil sie einen Dänen heirateten, und die meisten von ihnen verliessen dann ihre traditionelle Tracht und wählten eine typische Tracht, die die Frauen in dieser Periode trugen.

    Mit der Zeit wurden die polnischen weiblichen Saisonarbeiter in der Gesellschaft auf der Insel Lolland integriert. Der einzige Beweis für sie und ihre Nachkommen sind jetzt die polnischen Nachnamen.

  • Polnische Vereine und Arbeitervereine in den Jahren 1883-1929

    Am Anfang war die katolische Kirche der Treffpunkt für die Polen. In den 1920-igern wurden unter Einfluss von Aktivisten von Der Polnischen Sozialistischen Partei Gewerkschaften gebildet.

    Diese Organisationen waren aber nicht politisch engagiert. Sie waren mehr polnische Vereine, und ihr Hauptzweck war die Aufrechterhaltung von der Polnischheit unter Polen, die in Dänemark geblieben waren, d.h. die alten Saisonarbeiter.

    In den Vereinen organisierte man gesellschaftliche Zusammenkünfte, Aktivitäten in Kultur und Ausbildung, und es war auch mit Ursprung in diesen Vereinen, dass man die polnischen Schulen etablierte, die es heutzutage in Maribo, Nakskov und Nykøbing F. gibt.

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Offen zu Ostern (Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag, Ostermontag), vom 1. Juli bis 31. August und in Woche 42
Täglich von 14:00 bis 16:00 Uhr ausser montags.
Kartenpreis: 50 dkr
Für Gruppen von mindestens 10 Personen können Sie das Museum zu einem anderen im voraus vereinbarten Zeitpunkt besuchen – wenden Sie sich bitte an Marek Kocuba, tel. 0045-25 77 92 01, wochentags von 18:00 bis 20:00 Uhr.

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